Der Aufsatz geht an drei ausgewählten Fällen den Fragen nach, inwiefern sich die „Krise der Arbeitsgesellschaft“ in Interviews mit Adoleszenten der heutigen Jugendgeneration abbildet und welche Auswirkungen ein bedingungsloses Grundeinkommen aller Wahrscheinlichkeit nach auf ihr jeweiliges Leben hätte. Zu diesem Zweck wird jeweils zunächst die nach der Methodologie der Objektiven Hermeneutik durchgeführte Fallrekonstruktion skizziert und dann auf dieser Grundlage gefragt, wie der bzw. die jeweilige Jugendliche voraussichtlich reagieren würde, wenn er bzw. sie dauerhaft keine Arbeit fände, und welche Folgen es jeweils für sein bzw. ihr Leben hätte, wenn es ein bedingungsloses Grundeinkommen gäbe.
Die Forschungsergebnisse, die in diesen Aufsatz eingeflossen sind, sind aus einem von Ulrich Oevermann an der Goethe-Universität Frankfurt am Main im Rahmen des Sonderforschungsbereichs „Wissenskultur und gesellschaftlicher Wandel“ geleiteten soziologischen Forschungsprojekts, in dem die Autoren gearbeitet haben, hervorgegangen, das auf der Basis offen geführter Einzel- und Gruppeninterviews mit Adoleszenten untersucht, wie sich in deren praktischer Bewältigung der Adoleszenzkrise Erfahrung bzw. Wissen konstituiert und wie an diesem privilegierten Ort der Entstehung des Neuen gesellschaftliche Transformationsprozesse in Gang kommen.