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Wagenscheintagung 2021
From Friday, 16. April 2021
To Saturday, 17. April 2021
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Wagenscheintagung 2021
«,Wissen ist Macht’ – das reicht nicht mehr.
Heute, glaube ich, muss die Formel anders lauten:
Verstehen ist Menschenrecht.»
(Wagenschein 1969)
Tagungsidee
Für Martin Wagenschein (1896-1988), Physiker und Pädagoge, waren «Scheinwissen» und
«geistige Fassadenkletterei» Syndrome einer erkrankten Schule. Ihm war die Durchdringung
des Wesentlichen der Unterrichtsgegenstände, insb. in den Fächern Physik und Mathematik,
zeitlebens ein zentrales Anliegen. Das auch heute noch oft anzutreffende «Wegerklären» bzw.
«Scheinerklären» oberflächlich betrachteter Phänomene zeigt, dass dieses Anliegen nach wie
vor aktuell ist. Untrennbar mit Wagenschein verbunden ist die Losung «Verstehen ist
Menschenrecht», ebenso die Begriffe exemplarisches Lehren, genetischer Unterricht,
sokratisches Gespräch.
Die Reformbemühungen der letzten Jahre, welche die Schulen in immer kürzeren Abständen
überrollen, scheinen zunehmend zu einer Vernachlässigung des unterrichtlichen
Kerngeschäfts zu führen. Messbarer Lernerfolg wird zum wichtigsten, manchmal einzigen
Kriterium gelingenden Unterrichts – weniger Beachtung erhält hingegen meist das, was
eigentlich verstanden worden ist. Die Frage, ob die Sich-Bildenden Gelegenheit hatten, das
Wesentliche des Unterrichtsgegenstandes zu durchdringen, d.h. zu verstehen, welche
Anforderungen also die Sache selbst an den erteilten Unterricht stellt, wird nur selten versucht
zu beantworten.
2021 jährt sich Martin Wagenscheins Geburtstag zum 125. Mal. Der Austausch über
Möglichkeiten und Grenzen des Verstehens und die Frage, wie phänomenbasierte
und -orientierte Bildungsprozesse in der heutigen Zeit an Schulen und Hochschulen unter
Berücksichtigung aktueller fach- und allgemeindidaktischer empirischer Unterrichtsforschung
initiiert werden können, sind Gründe für die Durchführung einer Wagenscheintagung 2021.
Sie findet statt vom
16. bis 17. April 2021 an der PH FHNW, Campus Muttenz (Schweiz)
Welche Auswirkung hat die in einer digitalen Gesellschaft größer werdende Gefahr des
schnellen und oberflächlichen «Wegerklärens von Naturphänomenen» für Bildungsprozesse?
Bedeutet vermehrte Displayzeit an schwer erschließbaren Geräten einen Rückgang sinnlich
wahrnehmbarer Phänomene? Ist damit ein zunehmendes Verschwinden des Verstehbaren
verbunden? Wie kann in einer Zeit, in der Wissen immer und überall schnell verfügbar ist,
Wissenschaft den sich bildenden Menschen zugänglich gemacht werden? Wie sollte ein
Unterricht aussehen, der darauf abzielt, die Lernenden in ihrer Bildungsbewegung zu treffen
und der das durchgreifende Verstehen einer Sache ins Zentrum stellt? Welche Bedeutung
haben dabei Wagenscheins Ideen und Unterrichtsentwürfe für den heutigen Schulunterricht
und die aktuelle Lehrer*innenbildung?
Besonders fruchtbar verspricht zu werden, dass Menschen, die Wagenschein noch begegnet
sind auf Menschen treffen, die ihn nur aus seinen Büchern kennen.
Tagungsinformationen
Wann: 16. bis 17. April 2021
Wo: FHNW Campus Muttenz (Hofackerstr. 30; CH-4132 Muttenz)
Raum: 01.S.21 (Lageplan: https://www.fhnw.ch/de/diefhnw/
standorte/muttenz/fhnw_lageplan_muttenz)
Verpflegung ist in der örtlichen Mensa der Hochschule oder im Coop-Supermarkt (bietet auch
warmes Essen, Salate etc. an und liegt im Gebäude) bei Selbstzahlung (CHF) möglich.
Kaffeepausen sind in der Tagungsgebühr inbegriffen.
Die Tagungsgebühr beträgt 60 CHF pro Person und kann vor Ort in bar entrichtet werden.
Call for Contributions und Anmeldung
Tagungsbeiträge senden Sie bitte in Form eines kurzen abstracts (ca. 1.000 Zeichen) bis zum
01.09.2020 per E-Mail an die drei Tagungsorganisatoren (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!;
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!). Inhaltlich sollte es sich an einer der
folgenden Leitlinien orientieren:
• Beiträge zum Stand der Arbeit mit Wagenscheinideen, womöglich auch stärker
reflektierende bzw. methodisch orientierte;
• konkrete Unterrichtsbeispiele in Form von Workshops, die sich der Entwicklung
phänomenologischer Bildungsansätze widmen und dabei aufzeigen, wie man
ausgehend vom Phänomen zu interessanten Impulsfragen und erfahrungsbasierten
Entdeckungsmöglichkeiten kommt;
• Workshops, in denen exemplarische Umsetzungen des sokratischen Unterrichts
präsentiert und anschließend gemeinsam reflektiert werden;
• Beiträge, die Anknüpfungspunkte zu aktuellen Diskussionen der Allgemeinen
Didaktik bzw. der Fachdidaktiken aufzeigen und diskutieren;
• Beiträge, die sich an Studierende, auch im Kontext ihrer Lehrveranstaltungen, richten
oder von Studierenden vorbereitet werden.
Anmeldungen zur Tagung sind ab dem 01.03.2020 formlos unter Angabe der Kontaktdaten
per Email an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! möglich. Anmeldeschluss ist der 31.01.2021.
Kontakt und Tagungsorganisation
Svantje Schumann (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)
Prof. Dr. rer. nat. habil; seit 2019 Leiterin der Professur Didaktik des Sachunterrichts, Institut Primarstufe, PH
FHNW (CH), Habilitation November 2016 an der Universität Bremen (Vorsitz Prof. Dr. Lydia Murmann)
"Interdisziplinäre Sachbildung mit dem Schwerpunkt Naturwissenschaften im Elementarbereich", 2013-2019
Dozentur an der PH FHNW, u.a. Projektleiterin des EduNaT-Projekts "Verbindungstechnik" und Projektleiterin
des PgB MINT-Bildungsprojekts "Technische Ereignisse in unvertonten Filmsequenzen verstehen – eine Chance
für Sachunterricht und Sprachförderung", 2011-2014 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Biologie
und im Studiengang "Frühe Bildung" der PH Freiburg i. Br., 2006-2011 Leitungstätigkeit Science Center
"Science House" und "Science Days für Kinder" Förderverein Science und Technologie e.V., Promotion 2001
am Institut für Forst- und Umweltpolitik der Universität Freiburg i. Br.; Schwerpunkte in Forschung und Lehre
sind u.a. Erschließungsprozesse von Kindern, pädagogisches Arbeitsbündnis und Bedeutung von Interaktionen
in Bildungsprozessen, dialogische Bildungsprozesse. Link: https://www.fhnw.ch/de/personen/svantje-schumann
Mario Gerwig (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)
Dr. phil., ist seit 2011 Lehrer für Mathematik und Chemie am Gymnasium Leonhard Basel (CH) und seit 2018
Präsidiumsmitglied der Gesellschaft für Lehrkunstdidaktik. Außerdem ist er Länderberater für das Mathematik-
Schulbuch Neue Wege Schweiz/Westermann (seit 2015), Experte für die mündlichen Maturitätsprüfungen im
Fach Mathematik in den Kantonen Basel-Stadt und Baselland sowie Experte für Allgemeine Didaktik und
Pädagogische Psychologie bei den Diplomprüfungen Erziehungswissenschaften (Sek. II) an der Pädagogischen
Hochschule Luzern (seit 2017). Davor studierte er von 2004 bis 2009 die Fächer Mathematik und Chemie an der
Philipps-Universität Marburg und absolvierte 2009 bis 2011 das Referendariat am Studienseminar für das
Lehramt an Gymnasien in Oldenburg (Oldb.). 2014 wurde er mit einer Arbeit über das Beweisen im
Mathematikunterricht bei Prof. Dr. Hans Christoph Berg/Marburg und Prof. Dr. Norbert Hungerbühler/ETH
Zürich promoviert (https://www.springer.com/de/book/9783658101879).
Marc Müller (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)
Dr. paed., ist seit 2019 wissenschaftlicher Mitarbeiter der AG Sachunterricht und seine Didaktik an der HU
Berlin (Prof. Schwanewedel). Er studierte Physik und Philosophie und wirkte danach als wissenschaftlicher
Mitarbeiter in Forschung und Lehre im Bereich der Didaktik der Physik (bei Prof. Schön & Prof. Priemer in
Berlin, bei Prof. Grebe-Ellis in Wuppertal). 2017 wurde ihm der Promotionspreis der Bergischen Universität
Wuppertal zuerkannt für seine interdisziplinäre Arbeit „Grammatik der Natur. Von Wittgenstein
Naturphänomene verstehen lernen“ zur methodischen Fundierung des phänomenologischen Naturzugangs
(zenodo.org/record/343889). Neben phänomenbasierten Fachzugängen im Sach- und Physikunterricht
interessiert er sich für die Dramaturgie von Lehrfilmen, für Wissenschaftsphilosophie und
Wissenschaftsgeschichte sowie für die Entwicklung und Erprobung naturwissenschaftlicher Lehrstücke im Sinne
der Lehrkunstdidaktik (www.lehrkunst.org). Link: https://www.erziehungswissenschaften.huberlin.
de/de/institut/abteilungen/gsp-su/mitarbeiter_innen_SU/dr-marc-mueller
Location FHNW Campus Muttenz (Hofackerstr. 30; CH-4132 Muttenz)